Sichtschutz: Wo brauche ich ihn wirklich?

Liegestuhl in der Sonne

Auf meiner Liege ausgestreckt lausche ich den Geräuschen der Umgebung und male ich mir im Kopf die Szenerie nach, die ich höre. Ich bin froh, dass mich niemand sehen und ansprechen kann. Hinter meinem Sichtschutz verborgen kann ich ungestört bleiben.

Den privaten Bereich in Garten zu wahren ist ein wichtiges Thema bei der Gestaltung. Mit Hilfe von Mauern, Sichtschutz-Zäunen oder immergrünen Hecken kann man sich vor Einblicken schützen. Gerade in Gebieten mit dichter Bebauung nimmt das Thema Sichtschutz einen breiten Raum ein. Wir werden uns mit dem Thema in verschiedenen Beiträgen und Beispielen beschäftigen.

Die erst Frage die ich mir stellen muss ist:

Wo brauche ich Sichtschutz wirklich? Gibt es auch Stellen im Garten die einsehbar sein dürfen?

Denn ganzen Garten uneinsehbar zu machen ist nur mit immergrünen Bäumen, Hecken bzw. Mauern möglich, die höher sind als die Fenster der umliegenden Häuser. Das ist oft nur bei sehr großen Gärten und in Gegenden mit niedriger Bebauung machbar. Es ist allerdings auch nicht immer nötig, den Garten rundum komplett zu „schließen“. Sichtschutz braucht man insbesondere an  Aufenthaltsbereichen im Garten. Die 5 Zeichnungen zeigen beispielhaft wo Sichtschutz sinnvoll und nötig ist.

An erster Stelle ist die Terrasse zu nennen. Dieser hausnahe Sitzplatz ist eine Erweiterung des privaten Raums im Garten und man möchte dort ungern dauernd angesprochen oder beobachtet werden. Dies gilt natürlich auch für Sitzplätze, die weiter vom Haus entfernt im Garten liegen.

Sichtschutz an Plätzen

Auch an Stellen im Garten, an denen man sich hinlegt oder ausruht möchte man eher unbeobachtet sein. Beispiele hierfür sind Liegen, die im Rasen stehen oder eine Hängematte, die zwischen Bäumen baumelt. Wieviel Sichtschutz man hier jeweils braucht hängt natürlich auch von jedem persönlich ab. Der eine möchte gar nicht gesehen werden, dem anderen ist es egal wenn der Nachbar mal rüberschaut.

Sichtschutz an Liegen

Wenn der Garten jedoch, wie in diesem Beispiel gezeigt, an einem öffentlichen Weg liegt ist ein Sichtschutz entlang der Grundstücksgrenze sinnvoll. Durch eine rhythmische, ansprechende Gestaltung kann man verhindern, dass der Sichtschutz wie „eingemauert“ wirkt.

Sichtschutz an Wegen

Eine besondere Situation ergibt sich, wenn man eine Gartensauna plant. Hier ist ein recht geschlossener Sichtschutz gefragt. Dies erreicht man, indem sich Hecken versetzt zueinander überschneiden. Aber auch ein Sichtschutz „von oben“ durch Bäume oder Sonnensegel kann hier sinnvoll sein.

Sichtschutz rundum

Höherer Sichtschutz durch Bäume ist auch dann gefragt, wenn bei dichter Bebauung Einblicke aus Nachbarfenster in oberen Etagen eingeschränkt werden soll. Oft ist der Wunsch nach Privatsphäre beiderseitig und man kann in Absprache über eine gemeinsame Lösung auf der Grenze nachdenken. 

Sichtschutz gegen hohe Fenster

Aus dieser ersten Frage kann man schon herauslesen, dass Sichtschutz neben der räumlichen Situation auch das persönliche Bedürfnis nach Privatsphäre berücksichtigen muss. Nach der Frage wo überhaupt Sichtschutz nötig ist, stellen wir in einem der nächsten Beiträge die Frage: Wie blickdicht muss der Sichtschutz jeweils sein?

 

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