Blätter … aufheben oder liegen lassen?

Blätter-Minibild

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Wie macht man es denn nun? Geht man von den natürlichen Vorgängen der Natur aus spricht alles für „Blätter liegen lassen„. Aber unsere Gärten sind künstlich angelegt. Dort stehen Pflanzen nebeneinander und an Orten, die in einer natürlichen Umgebung nie so nebeneinander oder an diesen Orten stünden. Auch der Rasen wie wir ihn im Garten haben ist nicht natürlich. Würden man ihn sich selber überlassen, würde daraus schnell eine Wiese werden und letztendlich wohl ein Wald.

Die Frage ist also nicht, lasse ich das Laub liegen oder nicht, sondern wie naturnah ist mein Garten und je nach dem können Blätter mehr oder weniger liegen gelassen werden.

blaetter-rasenFür Rasen heißt das: Wer englischen Rasen möchte der muss wohl zum Rechen greifen. Ein Spielrasen verträgt dagegen auch ein paar Blätter, solange man noch mehr Grashalme als Blätter sieht. Erst eine dicke Blätterschicht ist relativ Licht und Luft undurchlässig und könnte den Rasen verfaulen lassen. Wenn man vor Blätter also keinen Rasen mehr sieht zum Beispiel unter Bäumen, sollte man auf jeden Fall rechen.
Ein Tipp: Die Blätter können leicht  mit dem Rasenmäher aufgesammelt werden. Kleine Blattschnipsel die übrig bleiben können auf dem Rasen liegen bleiben und dienen gleich als Dünger.

blaetter-beetFür Blätter in Beeten spricht schon mehr: Das Laub zwischen den Stauten schützt den Boden vor Austrocknung, die Pflanzen vor Frösten, wandelt sich im Lauf der Zeit in Dünger um und bietet Nützlingen wie Marienkäfern und Ohrwürmern Unterschlupf. Auch stehen gelassene Stängel und verblühte Pflanzen dienen Kleintieren aus Schutz und Vögeln zum Teil als Nahrung. Wer Nützlinge in seine Garten überwintern lässt hat im Frühling gleich wirkungsvolle Schädlingsbekämpfer zum Beispiel gegen Blattläuse. Zu hoch sollte die Laubschicht in Beeten aber nicht sein. Denn auch hier gilt: unter eine zu dichten Laubdecke kann es faulen und das schadet den Pflanzen.

blaetter-baeumeUnter Hecken und Bäumen sieht es nochmal anders aus: Hier kann die Laubschicht auch mal 15 cm hoch liegen. Sie ist wie auch auf Beeten guter Bodenschutz, Frostschutz und Dünger. Mit ein wenig Erde bedeckt werden die Blätter an windigen Tagen auch nicht durch den Garten geweht. Einige Blätter zum Beispiel von Eichen wird nachgesagt sie versauern den Boden, weil sie Gerbsäure enthalten. Aber auch hier gilt: es kommt auf die Menge an. Eine 60 cm hohe Schicht ist sicher nicht so gut aber ein paar Blätter schaden nicht.

Letztlich seien noch 3 Punkte erwähnt: Ein Blätterhafen im einer Gartenecke ist ein ideales Winterquartier für Igel. Von Pilzen befallene Blätter sollten jedoch immer entsorgt werden und zwar nicht auf dem Kompost sondern in der Biotonne. Und auf Gehwegen müssen Blätter entfernt werden weil man auf nassem Laub leicht ausrutschen kann.

 

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